GFK im Konflikt
GFK-Konfliktlösung zielt nicht auf Kompromiss. Sie zielt auf Lösungen, die beide Menschen mittragen können – was schwieriger und besser ist.
Der GFK-Konfliktlösungsprozess folgt fünf Schritten:
1. Zuerst Selbstempathie. Bevor du einsteigst, verstehe dein eigenes Gefühl und Bedürfnis. Du kannst keine Empathie aus einem leeren Tank geben.
2. Empathie für den anderen. Bevor du deine eigene Position ausdrückst, stell sicher, dass die andere Person sich gehört fühlt. Spiegle ihre Gefühle und Bedürfnisse, bis sie bestätigt, dass du verstanden hast.
3. Drück dich ehrlich aus. Sobald die andere Person sich gehört fühlt, hat sie die Kapazität, dich zu hören. Nutze das volle GFK-Modell: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte.
4. Suche nach Strategien, die beide Bedürfnisse erfüllen. Das ist gemeinschaftlich, nicht gegnerisch. „Wir haben hier beide Bedürfnisse. Was könnte für uns beide funktionieren?" Sammle Optionen ohne Bewertung.
5. Frag nach. „Erfüllt diese Lösung deine Bedürfnisse? Und meine?" Falls nicht, zurück zu Schritt 4.
Der entscheidende Unterschied: Die GFK fragt, was beide Menschen brauchen, nicht, wer recht hat. Die meisten Konflikte, die unlösbar scheinen, werden bearbeitbar, wenn die Bedürfnisse beider Seiten auf dem Tisch liegen.
Im echten Leben: Zwei Kolleginnen im Konflikt darüber, wem ein Projekt gehört. Mit GFK: Beide teilen ihre Bedürfnisse (Anerkennung, Autonomie, Wirkung). Es entsteht eine Lösung, bei der die Verantwortung geteilt, die Rollen aber klar abgegrenzt sind – etwas, das keine von beiden in der gegnerischen Rahmung bedacht hatte.
🎯 Kernbotschaft: Das Ziel ist nicht zu gewinnen. Das Ziel ist, dass beide Menschen mit erfüllten Bedürfnissen gehen.
Probier es aus
Denk an einen aktuellen oder kürzlichen Konflikt. Was sind deine Bedürfnisse in diesem Konflikt? Was könnten die Bedürfnisse der anderen Person sein? Gibt es eine Lösung, die beide erfüllen könnte?
Teil V